Tagesausflug ins Troodos-Gebirge Wanderung zu den Kaledonia-Wasserfällen und Besuch einer Obstplantage
Nach mehreren Tagen an der warmen, sonnigen Küste von Pafos entschieden wir uns für einen Kontrast: einen Tagesausflug in die kühleren Höhenlagen des Troodos-Gebirges. Unser Ziel: eine geführte Wanderung durch den Wald zu einem der bekanntesten Naturziele Zyperns – den Kaledonia-Wasserfällen bei Platres. Eine Tour, die Natur, Bewegung und Erholung gelungen miteinander verbindet.
Anreise und Einstieg in die Bergwelt
Am Morgen wurden wir direkt am Hotel in Pafos abgeholt. Die Fahrt führte mit einem Reisebus etwa zwei Stunden bergauf durch das Landesinnere. Je höher wir kamen, desto grüner wurde die Landschaft, desto angenehmer die Temperaturen. Während der Fahrt erzählte unsere Reiseführerin Wissenswertes über die Region, das Troodos-Gebirge, die lokale Vegetation und die Traditionen der zypriotischen Bergdörfer.



Kurz vor dem Ziel wies sie darauf hin, dass bei Regen die geplante Wanderung aus Sicherheitsgründen abgesagt werden müsste, da der Weg bei Nässe sehr rutschig und teils gefährlich werden kann. Etwa zehn Minuten vor unserer Ankunft begann es tatsächlich leicht zu regnen – ein kurzer Moment der Unsicherheit. Zum Glück waren es nur ein paar Tropfen, und der Himmel klarte bald wieder auf.



Bevor wir den Startpunkt der Wanderung erreichten, legten wir noch eine kurze Pause im Orosimo Café in Platres ein – ein kleines, gemütliches Lokal mit gutem Kaffee und freundlichem Service. Die kleine Stärkung tat gut und gab Zeit, sich auf die bevorstehende Strecke einzustellen.
Der Kaledonia Trail: 3,2 km bergab – steinig, schmal und nicht ganz einfach
Die eigentliche Wanderung begann oberhalb des Ortes Pano Platres, auf ca. 1.200 m Höhe. Von dort aus führte uns der Kaledonia Nature Trail über eine Strecke von 3,2 Kilometern bergab durch ein dichtes Waldgebiet. Der Weg verlief entlang eines kleinen Gebirgsbaches, dessen leises Rauschen uns die gesamte Wanderung begleitete.
Der Weg war sehr steinig, mit vielen Wurzeln, unebenen Abschnitten und mehreren kleinen Bachquerungen, die über Trittsteine oder schmale Brücken überwunden werden mussten. Da es stetig bergab ging, war der Pfad körperlich zwar weniger anstrengend als bergauf, aber dennoch nicht ganz einfach. Gerade bei feuchtem oder glattem Untergrund war besondere Vorsicht geboten, denn es konnte stellenweise rutschig werden.
Wer den Trail gehen möchte, sollte auf festes, rutschfestes Schuhwerk, gute Trittsicherheit, sowie eine grundlegende Wanderkondition achten. Wanderstöcke können besonders im unteren Drittel hilfreich sein.
Die reine Gehzeit betrug 2 Stunden und 6 Minuten, mit mehreren kurzen Pausen für Erläuterungen der Reiseführerin, Fotos und Erholung. Trotz der Anstrengung war die Wanderung ein Genuss – der Schatten der hohen Bäume und die frische Bergluft machten das Gehen angenehm.
Der Kaledonia-Trail kann übrigens auch in entgegengesetzter Richtung gewandert werden, also bergauf vom Restaurant Psilo Dendro aus zum Wasserfall – was deutlich fordernder ist. Alternativ kann man auch nach dem Erreichen des Wasserfalls den gleichen Weg zurückgehen, anstatt dem Trail weiter bergab zu folgen.











Am Ziel: Der Kaledonia-Wasserfall
Schließlich erreichten wir den Kaledonia–Wasserfall – eine etwa zwölf Meter hohe Kaskade, die sich in ein natürliches Becken ergießt. Die Szenerie wirkte fast märchenhaft: umgeben von Felsen, Moosen und dichtem Grün, war der Wasserfall ein lohnender Höhepunkt der Tour. Eine längere Pause vor Ort bot Zeit für Fotos, das Erfrischen am Wasser und ruhige Momente zum Innehalten.




Rückweg und Mittagspause im Grünen
Der Rückweg verlief für die meisten über den weiteren Teil des Trails, der nach etwa einem Kilometer am Restaurant Psilo Dendro endete. Nur wenige Teilnehmer wählten alternativ die sogenannte Escape Route, eine deutlich leichtere, besser befestigte Wegführung, die sich vor allem für Personen mit Knieproblemen oder eingeschränkter Kondition eignet. Sie bietet einen deutlich bequemeren Abstieg, ist allerdings weniger reizvoll, da sie größtenteils auf breiteren Wegen mit weniger direktem Naturkontakt verläuft. Beide Routen enden jedoch am selben Ort.
Im Restaurant Psilo Dendro legten wir eine längere Mittagspause ein. In angenehmer, schattiger Atmosphäre unter Bäumen wurde typische zypriotische Küche serviert: frischer Salat, gegrillter Halloumi, Meze und andere Spezialitäten. Die Ruhe des Ortes, das plätschernde Wasser in der Nähe und der Blick ins Grüne rundeten das Erlebnis ab.






Besuch einer Obstplantage bei Kolossi
Auf dem Rückweg Richtung Pafos machten wir noch einen kurzen Stopp bei einer Obstplantage in der Nähe der Kolossi-Burg. Zwischen Orangen- und Zitronenbäumen gab es Gelegenheit, mehr über den Anbau regionaler Früchte zu erfahren – eine schöne, ruhige Ergänzung nach der aktiven Wanderung. Auch hier zeigte sich noch einmal die Vielfalt der zypriotischen Landschaft, die von Gebirge bis Küste so viele verschiedene Facetten bietet.












Rückfahrt nach Pafos und Fazit
Am frühen Nachmittag traten wir die Rückfahrt nach Pafos an. Nach der frischen, kühlen Bergluft war die Rückkehr in die warme, trockene Küstenregion fast ein kleiner Klimasprung – ein Unterschied, der einem erst bewusst wird, wenn man ihn selbst erlebt hat.
Diese Wanderung zu den Kaledonia-Wasserfällen war für mich einer der eindrücklichsten Momente der Reise. Sie bot nicht nur schöne Natur und moderate Bewegung, sondern auch eine Seite Zyperns, die viele Urlauber gar nicht erst kennenlernen. Die grüne, feuchte Stille des Troodos-Gebirges, fernab vom Trubel der Strände, ist ein echtes Kontrastprogramm – und eine klare Empfehlung für alle, die mehr als nur Sonne und Meer suchen.
Der abschließende Besuch der Obstplantage bei Kolossi rundete den Ausflug perfekt ab – ein letzter, authentischer Eindruck vom ländlichen Zypern, bevor es zurück an die Küste ging.

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